Samstag, 3. September 2016

40Ah PowerBank

Es war im Winter '12/13 als ich bereits zwei ähnliche Akkukoffer baute. Damals dachte ich noch, ich bräuchte so etwas für den Modellflug. 

Einer der beiden 40Ah 6S Akkukoffer aus Anfang 2013, heavy duty
 
Chaos in der Bauphase, der Tisch ist eindeutig zu klein

Doch meinen Koffer nutzte ich nie, da ich mit recht kleinen Akkus klar kam und die Modelle sich immer mehr in Richtung Segeln entwickelten. Den zweiten Koffer hatte ich parallel für einen Freund gebaut, der den auch fleißig für seine fetten Helis genutzt hatte, bis ein Brand seinen Koffer zerstörte. Was für ein trauriger Anblick. Da ich meinen Koffer ja nicht brauchte, das Hobby hatte ich zwischenzeitlich zu Gunsten eines anderen beendet, verkaufte ich meinen Koffer an ihn weiter. Sein alter Koffer enthielt aber noch die großen LiFePo Zellen und die blieben beim Brand unbeschädigt. Der Akkukoffer war nicht der Grund für den Brand, es waren andere LiPo-Zellen, die mit ihm geladen wurden. Es lag also nahe aus den alten Zellen einen neuen Koffer zu bauen, wenn auch nicht so aufwendig, wie die beiden vor drei Jahren, denn der hatte einen Arbeitsaufwand von mehr als 300 Stunden und Materialkosten von 800,- €
Da der alte Koffer einwandfrei seinen Dienst leistete, sollte die Grundidee auch in den neuen einfließen, sozusagen als Minimalvoraussetzung.
Damals wie heute war ja vom ersten Moment an klar, ich gebe ein elektrisches Hochenergiesystem in fremde Hände, was ein hohes Maß an Sicherheit verlangt. Mit Gleichstrom dieser Stärke ist einfach nicht zu spaßen, immerhin können die Zellen bis zu 800A liefern ohne Schaden zu nehmen. Die Zellen werden normalerweise in elektrischen Kraftfahrzeugen verwendet und dort kann es schon mal recht kräftig zur Sache gehen. Beim Betrieb als Power Bank, um damit andere LiPos zu laden, wird solch ein Strom nicht benötigt, doch alleine das die Zellen ein vielfaches liefern könnten bedingt einige Maßnahmen an Sicherheit. Zudem sollen die Zellen gegen Tiefentladung und die Kontakte gegen Funken geschützt werden.

Und wieder kommt ein Glückskeks zum Einsatz

Erster Aufbau einen neuen Akkukoffer als Modell zu testen, hier mit einem Pro Mini

Noch bevor irgendwelche Teile gekauft oder Elektronik gebaut wurde, fing ich schon mal an die kleine Firmware zu schreiben. Ein paar Led und ein Arduino Pro Mini reichen da schon, um die Strukturen aufzubauen. Ein Rohentwurf mit all den State Machines war schon nach zwei Stunden fertig. Dann war schon klar wie die Schaltung aussehen soll. Ein Stück Lochraster und ein Entwurf auf EAGLE, damit es nicht so viele Brücken gibt, half dem Entwurf des Einzelstücks.
 


Der Pro Mini findet seinen Arbeitsplatz auf einer Lochrasterplatine mit dem anderen Zeugs an Elekronik

Arbeitsweise
Die Firmware und Elektronik, schaltet zunächst einen Pilotstrom auf die Ausgangsklemmen des Koffers. Der kann maximal 2A im Kurzschlussfall werden. An den Klemmen wird dann von der Firmware gemessen, ob die Spannung eine Mindestgrenze von 2V innerhalb von 0.5s erreicht. Ist das nicht der Fall, liegt ein Kurzschluss vor und der Controller schaltet den Pilotstrom wieder ab und warnt mit hektischem Piepen. Liegt die Spannung höher, wird eine zweite Grenze von mehr als 16V nach maximal 3s erwartet. Hierdurch werden die Eingangskondensatoren von den extern verwendeten Ladegeräten vorgeladen. Dann schaltet das 200A Relais durch und gibt den Weg frei. Damit wird verhindert, dass das große Relais dem Rush-In der Kondensatoren ausgeliefert ist. Das würde zwar auch ohne Pilotstrom funktionieren, doch die Kontakte wären einer enormen Alterung ausgesetzt. Bei Abschalten geht das dann anders herum, erst schaltet das große Relais ab, dann der Pilotstrom, damit es keinen Abrissfunken gibt. Dieses Verfahren hatte sich beim alten Edelkoffer bewährt, und sollte hier auch Anwendung finden. Zusätzlich werden während des Entladens des Koffers die Ausgangsklemmen auf eine Spannungsuntergrenze überwacht und entsprechend gewarnt oder sogar wenn es kritisch wird, auch abgeschaltet.



Nun mit sieben statt sechs Zellen in einem Systemkoffer aus Kunststoff

Wie zu sehen ist, liegen die Zellen ungleichmäßig im Koffer, weil die Boden mit Steifigkeitskanten übersäht ist. Damit die nun sieben Zellen sich sauber in den Innenraum einfügen, hatte ich sie mit Klebeband zu einem Paket verschnürrt. So lassen sich die Zellen auch besser während des Aufbaus besser entnehmen oder einsetzen.



Ducktape hiflt eigentlich immer

Zusätzlich zur Unterstützung des Boden, liegt nun eine dünne Sperrholzplatte unter dem Akkupack.


Ausgleichsplatte für die Akkus und Montageplatte für die Elektronik

Für die Elektronik sollte eine Multiplexplatte dienen. Die ist fest genug das Akkupaket an seinem Platz zu halten. Eine Querstrebe von vorn nach hinten hält das Paket seitlich.


Die Akkus eingepasst in den Koffer

Nun werden die Plätze für die Schaltelemente bestimmt


so langsam kommt alles zusammen. Sicherung, Relais, Hochlastwiderstand für den Vorladestrom

Damit das Holz nicht feucht wird, wurde es mit Lackspray eingedieselt. Danach dann die Elektronik wieder montiert.


die Platte rechts dient später der Aufnahme des Shuntwiderstands für die Hochstrommessung

Für den riesigen Shunt des Energiemessmoduls brauchte ich noch etwas Platz und schaffte mir den über das seitleiche Schild an der Querstrebe.
Das Energiemessmodul selbst, sollte versenkt im Deckel montiert werden.


Für die spätere Anzeige von Strom, Spannung, Leistung und Energie in Wh soll ein Fertigmodul Platz finden

Mit Hilfe einer Aluplatte konnte das Model von unten durch den Deckel gesteckt und verklebt werden.


Versenkt im Deckel

Den Shunt habe ich dann mit M6 Schrauben am Shild befestigt. Die Schrauben dienen gleichzeitig als Anschlussbolzen für die Ringschuhe der Kabel.

Der Hochstrommesswiderstand

Nach und nach kommen mehr Teile in den Koffer. Kabel werden auf die richtige Länge zugeschnitten und Arbeitsreihenfolgen werden festgelegt. Es darf bei dem Strömen nicht zu einem Disaster kommen. Die dünnen Kabel würden einfach verglühen und flüssiges Kupfer umherspritzen. Das sind zwar nur rund 25V aber der maximal zulässige Zellenstrom von 800A erzeugt damit mal eben 20.000W für rund 3 Minuten. Der Kurzschlussstrom wäre noch höher als 800A.


Immer mehr Kabel kommen hinzu


Mikroampere steuern bis zu 30A, begrenzt durch die Klemmen und Sicherung

Nach ca. 30 Stunden Arbeit ist dann alles fertig. Solch ein Moment dann alles einzuschalten hat schon etwas berauschendes, besonders wenn alles so läuft wie geplant. Das geht natürlich nicht ohne sichere Zwischentests.

Alles verkabelt, montiert, eingeschaltet, läuft

schön ist hier der Eigenbedarf der inneren Schaltung zu sehen, bei 40Ah ist das locker zu verschmerzen

Eckdaten
  • 40Ah Kapazität
  • 30A Ausgangsstrom
  • 7 Zellen LiFePo
  • 25.55V Maximale Ausgangsspannung
  • 20.0V Warnspannung
  • 18.6V kritische Abschaltspannung
  • Energieanzeige
  • 15.5kg 
  • glücklicher Endnutzer




Donnerstag, 21. Juli 2016

Badezimmer unter Mikrokontrolle

Musik im Badzimmer verbessert deutlich die Laune, besonders Montag morgens oder beim Putzen. Daher ist es unerlässlich im Bad irgendetwas in Richtung Musikanlage nutzen zu können, jedenfalls für mich. Eine ganze Musikanlage mit CD, Radio und Speicherslot kommt nicht in Frage, da ich kein Radio höre, das Gesabbel und die Jingles alle Nase lang, senken bei mir die Laune ins bodenlose. Ich brauche also meine eigene Zusammenstellung. Und da mit den Jahren sich immer mehr MP3-Player angesammelt haben, liegt soetwas ungenutzt herum. Heute gibt es dafür ja Smartphones und auch die fristen bereits in mehreren Generationen ein langweiliges dasein. Bei mir ist der MP3-Player meiner Wahl ein COWON J3 mit 32GB, ausreichend also für eine sehr große Zusammenstellung an Musik.

Nun empfinde ich es als unangenehm, wenn ich nachts mal ins Bad muss und etwas Licht benötige. Dann ist das installierte Licht meist viel zu hell. Eine kleine dimmbare Lichterkette trifft da schon eher meine Bedürfnisse.

Besonders in den Wintermonaten, wenn die Wände kalt sind, schlägt sich vermehrt Feuchtigkeit im Badezimmer ab. Besonders in einer Ecke über der Wanne. Es gibt zwar ein große Fenster im Bad, doch in der Ecke will die Luft nicht so richtig zirkulieren und Spark entsteht.

Ich benötige also etwas zum Musikhören, ein zartes Pinkellicht und eine Zirkulationsunterstützung für die Raumluft im Bad.


Das Steuergerät

Bereits Anfang 2012 habe ich eine kleinere Ausgabe von dem Gerät gebaut, damals war allerdings nur die Musik und das Licht wichtig. Ich konnte also hiermit auf ein bestehendes bewährtes System zurückgreifen und verwendete hieraus die damals gebastelte Leiterplatte mit dem TDA 7268A Audioverstärker. Somit musste ich den Part nicht neu bauen, denn klanglich war dieser völlig ausreichend, ist ja nur ein Badezimmer.


Altes bewährtes wiederverwenden. Hier mit einem ATTiny85 oben links

nur der Stereoverstärker und die Audioaufbereitung für den Controller blieb


Da ich mittlerweile einige Dinge mit Arduinos löse, sollte auch hier einer zum Einsatz kommen. Aus China habe ich mir mal zwei Hände voll davon gekauft, dort kosten sie nur einen Bruchteil.
 
zwei Hand voll Nano und Mini Pro Arduinos, klein und nützlich - meine Glückskekse

Der Lüfter sollte eine Automatik bekommen, denn immer daran denken ihn zu aktivieren ist zu unsicher. Mit Hilfe eines Feuchtigkeitssensors lässt sich so etwas leicht umsetzen. Für den Ardunio gibt es fertige Bibliotheken, z.B. für den DHT22 und gute Beispiele. Dieser Sensor liefert nebenbei gleich noch die Temperatur mit und verwendet für die digital Anbindung nur eine Leitung.
Damit das ganze dann auch einstellbar wird, ab welcher Feuchtigkeit, wie lange und ob verzögert und überhaupt gelüftet wird, spendierte ich dem System noch ein zweizeiliges LCD und einen Encoder für die Menüführung sowie Einstellung der Betriebsparameter.
Wie so häufig, verselbstständigen sich eine Projekte dann in einer Art der Auswucherung der Möglichkeiten... Es fällt mir machmal schwer den Rahmen klein zu halten... Macht eben einfach Spaß.

Nach einer Zeit bohren, feilen, kleben und löten sah das dann so aus
 
links der Verstärker, rechts ein Arduino Nano, vorn das Display

Damit ich I/O-Leitungen sparen konnte, verwendete ich ein I2C Modul für das zweizeilige LCD. Dem FET für Hintergrundbeleuchtung verpasste ich noch einen Bypass, einen Widerstand, damit ich zwei Helligkeitsstufen bekam, denn über das verwendete I2C Interface kann man nicht dimmen. Klar hätte ich hier noch mehr Aufwand treiben können, doch ich wollte auch mal fertig werden, denn die alte Verstärkerdose war ja nun in den neuen Aufbau eingeflossen und der war noch im Bau - also temporär keine Musik im Bad...ganz ganz schlecht!

Die Frontplatte von innen her gesehen. Unter der schiefen Platine verbirgt sich ein Encoder


Die Rückseite, Lüfterstecker, Audio-In, USB, Lautsprecher, Lichterkette und Stromversorgung


Immer wieder kam es beim Aufbauen zu Szenen von Chaos. Der Arbeitsplatz versinkt unter Bauteilen. Eine kleine Kaffepause hilft meist...


Die Suche nach einem Steckverbinder; war von Erfolg gekrönt

Das Lüftermodul

Der Lüfter sollte ein externes Element sein, damit die Position auch mal verändert werden kann. Damit sich niemand an den Rotorblättern verletzen kann, sind Schutzgitter montiert. Da ich noch nicht wusste wie stark das DHT22 Auslesen die Firmware ausbremst, sah ich genügend Platz im Lüftersockel vor einen zweiten Arduino aufzunehmen, der dann mit einem seriellen Protokoll die Daten vom DHT22 an den Nano im Steuergerät hätte liefern können. Aber wie ich dann bemerkte, das Auslesen geht sehr schnell, ein nerviges Lag ist nicht zu spüren. Mit dem Flachbandkabel ist das Lüftermodul dann mit dem Steuergerät verbunden. Im Steuergerät kann die Lüfterleistung über eine PWM verändert werden.


Ein 120er Lüfter von Sunon aufgesetzt auf ein kleines Gehäuse. Innen noch Platz für einen weiteren Arduino.

Der Lüfter mit dem DHT22 Feuchtigskeitssensor an der Seite

Das Nachtlicht

Viele Lichterketten habe ich bereits ausprobiert, zwar war das für ein anderes Projekt, doch  dabei habe ich festgestellt, man bekommt nur Murks, schlechte Lötungen, übel ausgasende Kabel, defekt nach ein paar Stunden... Lichterketten sind Glückssache. Also habe ich mir die Lichterkette auch selber gebaut. Hierfür fand ich in der Bucht 1000 weiße LED zu einem günstigen Preis eines chinesischen Anbieters.

1000 Stück 5mm LED, weiß mit Streukopf

Da die Lichterkette über eine Pulsweitenmodulation mittels eines MOSFETs an 12V betrieben werden sollte, schaltete ich jeweile drei LED in Reihe und setzte noch einen 180 Ohm Widerstand mit in die 3er Reihe. Bei 12V fließen so maximal 15mA. Etliche 3er Elemente davon als Kette verschaltet ergeben dann die DIY-Lichterkette. Als PWM Frequenz stellte ich den NANO auf 31.2kHz ein. Damit werde ich das Schalten niemals wahrnehmen, weder im Verstärker noch direkt an den LED.


Mit AWG28 Litze, Widerständen Schrumpfschlauch und Heißkleber ist die Lichterkette vollbracht

Nach einigen Tagen Arbeit war endlich alles fertig und an seinem Platz
Die neu Brotdose ist an ihrem Platz, an dem die Alte stand
Die LED rechts unter dem Lautstärkeknopf zeigt den Verstärkerbetrieb an. Im LCD ist mittig ein kleiner Audiolevelbargraph

Die Lichterkette kann über den linken Taster ein und ausgeschaltet werden, länger gedrückt gehalten dimmt die Kette auf und ab. Darüber wird im Display die Leistung der Kette angezeigt.

Die Musik schaltet selbstständig den Verstärker ein, wenn der Pegel eine Schwelle erreicht und lässt den Verstärker eine gewisse Zeit eingeschaltet. Beide Werte sind einstellbar.

Der Lüfter wird automatisch eingeschaltet, wenn eine zuvor eingestelle Feuchtigkeit erreicht wurde. Eine Leistungserhöhung mit dennoch ansteigender Feuchtigkeit ist einstellbar. Der Lüfter wird mit einer Nachlaufzeit betrieben. Dabei kann der Lüfter auch für eine Zeit mit der zweiten Taste unterdrückt werden, falls der Luftzug als störend empfunden wird. Natürlich kann der Lüfter auch einfach für eine Zeit eingeschaltet werden. Dauerhaft kann der Lüfter nicht unterdrückt werden, da ja das Ziel ist, das Badezimmer sparkfrei zu halten.

Der blaue Knopf ist der Encoder und wird für das Blättern durch das Menü und die Einstellung der insgesamt elf Parameter genutzt.


Damals hatte das kleine Programm auf dem ATTiny85 gerade mal 200 Zeilen C Code, nun sind es auf dem Arduino Nano (ATMega328) mehr als 1600 Zeilen... die Bibliotheken natürlich nicht mitgerechnet...

Viel Aufwand, aber es ist ja nur ein Badezimmer


Fazit

Es funktioniert erstaunlich gut. Jeden Morgen beim Duschen schaltet sich der Lüfter zuverlässig ein und dreht auch weiter auf, wenn die Luftfeuchtigkeit weiter steigt. Kein Absturz, kein Hängen, keine unerwarteten Reaktionen.
Lediglich beim Nachtlicht muss ich nochmal ran. Bereits bei 1% Aufsteuerung der LED-Kette, also ca. 150uA pro LED ist es mir zu hell. Ein Widerstand in Reihe wird da reichen die Helligkeit in einen anderen Arbeitspunkt zu verschieben...

Vielleicht baue ich noch ein Bluetooth Modul ein, dann kann ich vom Smartphone aus die Musik drahtlos hören. Gibt es günstig in China ;)

Mittwoch, 13. Juli 2016

Himbeerklang - Ein Raspberry als Mediaplayer



Komplett zusammengestzt, aus Raspberry Pi 3, DAC+ Pro und den passenden Akrylgehäuse



Das Projekt ist nicht neu, aber da ich es so genial finde, möchte ich meinen Nachbau nun vorstellen. Es gibt genügend Seiten, die gut erklären, wie solch ein Mediaplay zusammengebaut und konfiguriert wird, wie z.B. diese hier. Daher gehe ich darauf gar nicht mehr ein.

Für meinen OpenElec Mediaplayer entschied ich mich für den Raspberry Pi3 mit dem HAT DAC+ Pro von HiFiBerry und einem passenden Gehäuse dazu.

Tage zuvor hatte ich bereits den Raspberry mit einer USB-Soundkarte in meinem Netzwerk zum Laufen gebracht, konnte so die Leistung abschätzen und war somit Feuer und Flamme diesen nun edel DAC einzusetzen. 
Als das HAT und das Gehäuse per Post aus der Schweiz kamen, musste ich sofort mit dem Aufbau beginnen.


Frisch aus der Schweiz eingetroffen



Die Gehäuseteile sind beidseitig mit einer Schutzfolie beklebt und mindern das Kratzerrisiko

Die Gehäuseteile und der DAC+ Pro


Das Befestigungsmaterial aus Nylon lässt sich ohne Werkzeug verschrauben. Große Kräfte sind hier eh nicht angebracht


Mit den beiliegenden Nylondistanzen, Muttern und Schrauben verbunden


Das RAM vom Raspberry Pi 3 ausgerüstet mit einem flachen Kupferkühlkörper aus China


Das Akrylgehäuse passt perfekt mit den beiden Platinen zusammen. Weitere Schrauben werden dafür nicht benötigt

Beide Platinen eingesetzt in das Gehäuse





Der Deckel wird etwas verspannt, leichter Bogen, in die Unterschale eingesetzt und hält so einfach aber gut das Ganze zusammen


fertig


Im Netzwerk eingebunden und am Verstärker angeschlossen, nimmt das OpenELEC Mediacenter seine Arbeit auf. Mit einer Smartphone APP lässt sich dann der Player steuern.

Verkabelt, mit LAN, Audio, HDMI und 5V Power. Der Pi3 bietet zwar WLAN, ich verwende lieber LAN



Der Mediaplayer in Aktion






























 




Sonntag, 19. Juni 2016

Urlaubsüberraschung - Mein defekter Yamaha RX-497 Receiver







Als ich vor zwei Jahren aus einem Thailandurlaub zurückkam und meinen Receiver einschalten wollte rasselte darin nur ein Relais und das Gerät blieb letztendlich aus. Es war natürlich gerade aus der Garantie raus und in eine Reparatur gebe ich nichts, ausser mal ein Auto.
Damals schaute ich mir das Unglück schon einmal an und hab die Schaltung nicht begriffen. Irgendetwas im Netzeingangsbereich sorgt dafür, dass die Hauptstromversorgung über einen Softkey ein- oder ausgeschaltet werden kann. Und nun war da der Wurm drin. Zuviel darin herumwerkeln wollte ich dann auch nicht, immerhin war da in dem Bereich Netzspannung drauf und große Lust einen Gefegt zu bekommen hatte ich nun auch nicht. Ich besorgte mir also für den RX-497 die Schaltpläne vom Schaltungsdienst Lange  und lagerte das ganze nun fast zwei Jahre ein. Zum einen hatte ich zuviel anderes zu tun und konnte es so gut vor mir herschieben. Und da ein Kollege einen anderen völlig funktionsfähigen Yamaha Receiver RX-300 in den Elektroschrott stellte, nahm ich den erst einmal zur Überbrückung.

In letzter Zeit hatte ich einige Dinge für Kollegen und Freunde repariert, so konnte ich den Receiver nun nicht mehr länger liegen lassen. Ausserdem sollte noch ein OpenElec Mediaplayer auf einem Raspberry Einzug halten und der sollte an dem besseren Receiver arbeiten. Es war also an der Zeit sich dem Gerät zu widmen.
Mit dem Schaltplan war es dann schon klarer und besonders mit den Spannungsangaben.  

Soft-Switch im Netzeingangsbereich

Schnell war klar, die Spannung für das IC 252, CD4013, war nicht ganz korrekt. Da die Spannung haupsächlich über den Kondensatoren C254 als Vorwiderstand vom Netz aus gebildet wird, schaute ich mir den mal genauer an und lötete ihn aus. Beim Nachmessen zeigte er noch eine Kapazität von nicht ganz 5nF, dabei sollte 22nF er besitzen. Mit seinem kapazitiven Blindwiderstand an 50Hz von noch rund 1.6MOhm reichte es nicht aus die LED im Optokoppler IC251 soweit zu bestromen, dass der Phototransistor genügend durchsteuerte und damit dem Rest des Gerätes signalisiert "Es liegt Strom an".
Der defekte Folienkondensator

Da ich nun keinen Kondensator parat hatte mit 22nF und ~630V Spannungsfestigkeit, nahm ich zwei 47nF 250V Kondensatoren und verschaltete sie in Reihe, um zum einen die Kapazität zu halbieren und die Spannungsfestigkeit zu erhöhen. Und siehe da, der Receiver läuft wieder... das hätte ich deutlich früher haben können.


 Der selbstgebastelte Kondensator

Einige Reparaturen kosten eigentlich fast gar nichts, hier in dem Fall ca. 0,60 € und etwas Überwindung.Wenn ich mir vorstelle, wieviele Geräte wegen solch einem Fehler einfach entsorgt werden...

 

Montag, 6. Juni 2016

Ein altes Labornetzteil



Ein Kollege gab mit ein Netzteil, welches er selbst mal Anfang der 80er im Rahmen einer Ausbildung gebaut hatte. Er sagte es sein defekt, die Anzeige würde keine Spannung mehr anzeigen. Nun, eigentlich hatte er es ja selbst gebaut, die Leiterplatten selbst geätzt, bestückt und gelötet. Den Trafo selbst gewickelt. Die Bleche vom Gehäuse gebogen, geschnitten und gebohrt. Jeder, der selbst mal eine solche Ausbildung absolviert hat, was was das für ein Aufwand ist. Und was blieb davon hängen? Er fragte mich, ob ich es mir mal ansehen kann - eilt nicht...

Ich machte mich also an die Arbeit. Ist ja immer wieder interessant, was andere sich so an Lösungen überlegen.
Was gleich auffiel, der Hebel vom Kippschalter unter dem Einstellpoti war lose und offensichtlich gebrochen. Als ich das Seitenblech abnahm, war sichbar, dass die beiden Leitungen vom analogen Voltmeter genau auf diesen Schalter gingen. Klar warum das nichts mehr anzeigt...


links mittig der Schalter, rechts unten der selbst gewickelte Trafo


Der defekte Schalter. Abgebundene Kabelbäume

Schalter in Stücken, der Kontaktschieber im Schalter war gebrochen


In meinen Kisten ein wenig gewühlt und einen entsprechenden Schalter gefunden. Den alten Schalter ausgebaut und abgelötet, den neuen angelötet und wieder eingebaut. Minutenarbeit.

Eingeschaltet und ging wieder. Die Überprüfung, ob die Ausgangsspannung noch all den Jahren noch stimmt, zeigte eine Abweichung von etwas mehr als ein Volt bei 20V Ausgangsspannung. 


Noch mit Abweichung von 1.3V

Drei Trimmer gab es im inneren zur Auswahl, den richtigen gefunden und die analoge Anzeige mit den angeschlossenen Digitalvoltmeter in Deckung gebracht.




korrekt abgestimmt

Der Schalter selbst, so zeigte sich, dient zur Umschaltung zwischen einer Spannungs- und Stromanzeige. Im Strommodus gab es auch eine Abweichung und einen Trimmer zum Abgleichen. Einfache, aber gute Technik.
Gut 36 Jahre alt ist das Gerät nun und es funktioniert noch immer einwandfrei. Es enthält auch nur wenige diskrete Halbleiter...

Ein nur kurzer Spaß, ging viel zu schnell